Die Normandie – Eine kleine Reise zwischen Klippen, Wiesen und Apfelbäumen
In diesem zweiten Beitrag meiner kulinarischen Reise durch Frankreich nehme ich dich mit in die Normandie. Ja, die Normandie hat den Ruf, ein wenig launisches Wetter zu haben. Doch so schlecht ist es gar nicht. Außerdem übersehen viele, dass genau dieses feuchte Klima das Geheimnis hinter den saftigen Wiesen und den prallen Äpfeln in der Region ist. Das Wetter ist also nicht schlecht, sondern abwechslungsreich – genau wie die normannische Küche. Mit gut 30.000 Quadratkilometern ist die Normandie etwa so groß wie Belgien und berühmt für ihre geschichtsträchtigen Orte.
Eine Region mit drei Gesichtern
Die Normandie zeigt sich von drei sehr verschiedenen Seiten. Im Westen grenzen weiße Kreideklippen an den Atlantik. Der berühmteste Abschnitt befindet sich in Étretat. Bereits Monet verewigte die spektakulären Felsen in seinen Gemälden und auch die Netflix-Verfilmung der französischen Romanreihe über den charmanten Gauner Arsène Lupin schenkte der Region Aufmerksamkeit. Etwa 1,5 Millionen Besucher zieht es pro Jahr dorthin, um die atemberaubende Landschaft zu genießen. Der Mont-Saint-Michel oder idyllische Fischerhäfen wie Honfleur sind weitere Ziele zahlreicher Touristen. Zum Mont-Saint-Michel sind im Jahr 2025 etwa 2,8 Millionen Menschen gereist. Ich verstehe das gut, denn die alte Abtei und das Gezeitenspiel sind einfach faszinierend. So ist der Ort bei starker Flut nicht mehr mal über eine Brücke zu erreichen.
Im Landesinneren grasen die braun-weißen Kühe auf grünen Heckenwiesen und im Süden liegt das Pays d’Auge, das Herz der Käse- und Cidre-Produktion.
Auch in der Geschichte spielt die Normandie eine wichtige Rolle. Von dort zog Wilhelm der Eroberer im Jahr 1066 nach England und 1944 landeten an diesen Stränden die Alliierten.
Beste Zutaten aus der Normandie
Wein wächst dort nicht, dafür gibt es aber köstliche Äpfel in vielen Sorten, aus denen Cidre gekeltert wird. Das ist ein leicht prickelnder Apfelwein, der wirklich gut zu Käse passt. Und mit dem Apfelbrandwein Calvados kann man hervorragende Saucen machen, und auch z. B. Jakobsmuscheln von der normannischen Küste flambieren.
Isigny-sur-Mer ist berühmt für seine Crème d’Isigny, eine besonders leckere und hochwertige Form von Crème fraîche. Sie trägt seit 1986 das AOP-Siegel. Der Camembert de Normandie hat ebenfalls ein AOP-Siegel und braucht eigentlich keine Vorstellung. Auch Fisch und Meeresfrüchte sind wichtige Lebensmittel in der Region. Dazu gehören Muscheln und Austern aus der Bucht des Mont-Saint-Michel sowie Fisch direkt aus dem Atlantik.
Ein Rezept, das über die Region erzählt
Heute teile ich mein Rezept für Poisson à la Normande mit dir – natürlich mit Äpfeln, Crème fraîche und einem ordentlichen Schluck Cidre.
Rezept: Poisson à la Normande


Zubereitung
Ofen auf 220 °C vorheizen
Kartoffeln kochen
Äpfel und süße Zwiebel schälen und in dünnen Scheiben schneiden, in eine ofenfeste Form übereinander legen. Mit 10cl Cidre begießen. Fischfilets rollen, darüber legen. Mit Salz und Pfeffer bestreuen, 20 Min. backen
Während der Backzeit die Sauce zubereiten: fein geschnittene Schalotte in Butter glasig dünsten, mit restlichem Cidre ablöschen, Crème fraiche dazu geben und 10 Minuten leise köcheln
Fischfilets mit den Drillingen und der Sauce servieren.
Schon gewusst?
Der Camembert ist heute der wahrscheinlich weltweit berühmteste französische Käse. Doch wie wurde der regionale Käse aus dem Pays d’Auge, genauer gesagt aus dem Dorf Camembert – das nur 168 Einwohner zählt– eigentlich so bekannt? Napoleon III. soll ihn sehr gemocht und auch mit nach Paris genommen haben, aber das war’s auch schon. Dann landete er aber während des Ersten Weltkriegs in den Rationspaketen der einfachen französischen Soldaten an der Front. Sie fanden ihn so lecker, dass sie ihre neue Liebe für diesen Käse nach Kriegsende mit in ihre Heimatregionen nahmen. So kam der Camembert ganz schön rum und wurde zur nationalen Ikone. Inzwischen findet man Camemberts sogar in Brasilien, Island und Japan – aber nur einer trägt das AOP-Siegel und stammt wirklich aus der Normandie.
Lust auf ein wenig Normandie?
Du musst nicht die Fahrt in den Nordwesten Frankreichs auf Dich nehmen, um diese leckere Küche zu erleben. Ich bringe die Normandie gerne mit meinen Menüs zu dir nach Hause. Vereinbare einen Termin, um mehr zu erfahren.
Im nächsten Beitrag nehme ich dich mit in die Region Burgund. Du kannst dich also bereits heute drauf freuen.

